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Schwerin Ein Laptop mit anspruchsvoller Lernsoftware
- das wird bald jeder Schüler mit zum Unterricht bringen. Davon
ist Alfons Rissberger, Vorsitzender des Multimedia-Beirates im Land,
fest überzeugt. Er muss es wissen: Vor fast 20 Jahren initiierte
der Schweriner im Hunsrück bereits ein erfolgreiches Pilotprojekt
"Multimedia in der Schule".
"Notebooks, die alle bildungsrelevanten Forderungen
erfüllen, werden in den nächsten Jahren nur noch ein Bruchteil
des heutigen Niveaus kosten", sagt Alfons Rissberger (55),
der mit der von ihm initiierten bundesweiten Offensive "Initi@tive
D21" den Siegeszug des Computers in Schulen vorangetrieben
hat. "Dann wird der Multimedia-PC mit anspruchsvoller Lernsoftware
in den Schultaschen unserer Kinder und Studenten nicht nur Bücher
und Hefte ersetzen, er wird auch ein multifunktionales Dialogmedium
sein."
Bereits heute sei der Computer nicht mehr aus dem
Alltag unserer Kinder und Jugendlichen wegzudenken. Nach einer jetzt
vom renommierten Institut Emnid vorgelegten Studie nutzen erstmals
mehr Kinder und Jugendliche den Computer zum Lernen als zum Spielen.
"Der Computer gehört zum Lernen dazu", sagt Rissberger.
Heute werden die meisten zustimmend nicken, wenn
sie diesen Satz lesen. Als der heute 55-jährige in Simmern
im Hunsrück 1987 das Pilotprojekt Computertechnik in Schulen
einführte, hagelte es bundesweit Kritik "Vor Ort fanden
es alle Beteiligten klasse - vor allem die Schüler. Aber von
außerhalb wurde der Computer in Schulen verdammt." Das
Projekt setzte sich durch. Simmern wurde damals zu einer Art Pilgerstätte
für Computerexperten wie Pädagogen gleichermaßen.
Zuständiger Landrat im Hunsrück war zu dieser Zeit im
übrigen Schwerins heutiger Stadtpräsident Dr. Armin Jäger.
Auch heute lobt Alfons Rissberger, im Hauptberuf
Geschäftsführer des Datenverarbeitungszentrums (DVZ),
die Unterstützung der Politik beim Siegeszug des Computers
an Schulen. Beiratsvorsitzender der "Initi@tive D21" ist
Bundeskanzler Gerhard Schröder, der von Rissberger geleitete
Multimediabeirat treffe sich regelmäßig mit den Landesministern.
"Das Thema genießt in der Landesregierung einen hohen
Stellenwert." Und schließlich: Rissbergers Forderung,
"Informationstechnologie muss Chefsache sein", ist jetzt
Alltag in Politik und Wirtschaft auch in MV geworden.
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Die Erfolge sind sichtbar. Heute gibt es so gut
wie keine Schule mehr, die nicht über ein Computerkabinett
verfügt, schon Grundschüler nutzen das Internet zur Erledigung
der Hausaufgaben. Deshalb ist es für Rissberger nur eine Frage
der Zeit, bis der Multimedia-Laptop den Lehrern im Unterricht mehr
Zeit schafft, um Sozialkompetenz zu fördern. "Fakten vermitteln
kann auch Lernsoftware. Die Schüler lernen am Computer schneller
und effektiver. Das hat bereits der Pilotversuch 1987 in Simmern
wissenschaftlich erwiesen", sagt Rissberger.
Der multimediale Unterricht wird auch die Rolle
der Lehrer ändern, ist sich Rissberger sicher - "weg von
der klassischen Wissensvermittlung, hin zu Moderation und Betreuung
von Lernprozessen". Dazu müssten aber auch die Pädagogen
lernen. Schließlich machten manche Kinder heute schon leicht
Erwachsenen beim Umgang mit Computern etwas vor.
Auch an deutschen Hochschulen hätten längst
multimediale Vorlesungen Einzug halten müssen, zeigt sich Rissberger
überzeugt. Bei diesem Thema seien andere Länder Deutschland
weit voraus. Hier müsse die Politik schnell handeln anstatt
über Elite-Unis nachzudenken. "Das ist so, als würde
man immernoch versuchen, ein Pferdegespann mit einer Kutsche zu
optimieren, obwohl man längst einen Golf kaufen kann",
sagt Rissberger. Die Politik müsse zwingend umdenken. "Mit
den Denkweisen des Industriezeitalters kann das Potenzial der Informationstechnologie
nicht genutzt werden."
Denn dabei geht es auch um das wichtige Feld, die
Verwaltungen zu effektivieren: "eGovernment" - die Behörde
im Internet. Ohne Rissbergers Engagement gäbe es "eGovernment"
in Deutschland und in dieser Geschwindigkeit im Land wahrscheinlich
nicht. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann bestellt man
sein Autokennzeichen online und vom Händler aus kann man direkt
mit dem zugelassenen Auto nach Hause fahren."
von Timo Weber
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