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Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr.
31
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Samstag, 6. Februar 1999
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Beruf und Chance
Zur Sache
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Frage an Alfons
Rissberger, Geschäftsführer der DVZ
Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern
GmbH, Schwerin: ,,Warum ist der Verzicht auf
Informationstechnik-Fachwissen für Führungskräfte
unverantwortlich?"
Noch lange nicht alle
Führungskräfte in Deutschland haben erkannt, dass das
Delegieren der Grundsatzentscheidungen zum Einsatz niederner
Informationstechnik (IT) an die Experten in den
Fachabteilungen nicht mehr zu verantworten ist. Der
ganzheitliche IT-Einsatz - auch auf den Schreibtischen und in
den Taschen aller Führungskräfte - fordert den Boss. Der
muss ab jetzt in Sachen IT-Einsatz Vorbild sein - insbesondere
wenn es um die unbequeme Aufgabe geht, sich das für
unternehmerische Entscheidungen strategisch notwendige
IT-Fachwissen zu erarbeiten. Dazu ist (wie beim
Autofahren-Lernen), ein erfahrener Fahrlehrer notwendig, der
die Sprache der Führungskräfte spricht und ihre Probleme aus
seinem Alltag kennt. Die Auswirkungen beim Einsatz
interaktiver Computersysteme sind mit den Erfahrungen der
Vergangenheit nicht (be)greifbar. Wissen Sie zum Beispiel,
dass es Software gibt, die Ihnen beim Lernen einer
Fremdsprache ,,zuhört", die Ihre Aussprache bewertet und
Sie (wenn Sie das wollen) so lange "gängelt", bis
Sie optimal sprechen? Kennen Sie den Nutzwert von Maus,
Suchmaschinen, Push-Diensten oder Java-Applets im Internet?
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Wissen Sie, wie Groupware
zur Optimierung Ihres täglichen Zeit- und Termin-Managements
beiträgt? Wie entscheidend der Einsatz einer integrierten
betriebswirtschaftlichen Software für die Zukunft Ihres
Unternehmens ist? Was Ihnen ein Notebock an täglichem
Nutzwert garantiert? Diese. Systeme sind wirksame
Denkverstärker. Sie haben Einfluss auf die Effizienz, die
Qualität, die Art und Weise (nicht nur den Ort) und auf die
Kosten der Ergebnisse jeder Art geistiger Arbeit. Die Erfolgs-
und Wettbewerbsfaktoren aller Regionen unserer Welt werden
durch den Einsatz von Multimedia-Systemen fundamental
verändert. Das ist auch für IT-Laien nachvollziehbar
begründbar. Zumindest für diejenigen, die bereit sind,
zuzuhören. Die erstmalige Kenntnisnahme dieser Realitäten
führt zu schlaflosen Nächten. Ein Vorstandsvorsitzender rief
am nächsten Tag an: ,,Ich habe nachts um ein Uhr meine Frau
geweckt und gefragt: ,'Wieso hatte ich von dieser mich und
mein Unternehmen betreffenden massiven Veränderung keine
Ahnung, und warum hat keiner meiner Experten mich darauf
aufmerksam gemacht?' "Für Führungskräfte, die das
relevante Wissen erwerben wollen, werden bereits entsprechende
Kurse und Workshops angeboten. Darin erfahren sie von Chef zu
Chef, was wirklich nützlich und notwendig ist. Mehr als ein
oder zwei Tage brauchen sie hierfür zunächst nicht zu
investieren. Mit Büchern alleine geht es nicht, das hat die
Praxis gezeigt. Auch sollte man sich vor Computertüftlern
hüten, die oft eher kontraproduktiv sind, weil sie zuviel
EDV-Expertenwissen vermitteln wollen, Weniger ist manchmal
mehr. |
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